Das Problem

Grüner Strom zur falschen Zeit ist auch keine Lösung

Wenn der Wind weht und die Sonne scheint, steht schon jetzt mehr Strom zur Verfügung, als zeitgleich benötigt wird. Eine enorme Menge regenerativ verfügbarer Energie kann deshalb nicht genutzt werden. Am Wochenende verschärft sich das Ungleichgewicht oft noch, weil die Last (der Elektroenergieverbrauch) dann auf ca. die Hälfte zurück geht.

Nachts, vor allem dann, wenn auch kein Wind weht, geht die regenerative Energieproduktion auf ein Minimum zurück. Dann arbeiten nach wie vor Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Diese, auch als Backup-Kraftwerke bezeichneten Anlagen, sind derzeit noch unverzichtbar.

Die Zahlen:

  • Maximalast in Deutschland (vormittags, in der Woche): 75 GW
  • Maximal verfügbare, regenerative Leistung: 122 GWi
  • Konventionell (fossil und nuklear) verfügbare Leitung: 88 GWi

Für eine komplette Umstellung auf regenerativen Strom müsste der vorhandene Park von Solar- und Windkraftwerken nach auf insgesamt ca. 240 GWi aufgestockt werden. Das ist durchaus machbar, wäre aber in der derzeitigen Situation völlig sinnlos. Bei gutem „Stromwetter“ würden 240 GW zur Verfügung stehen, aber nur 75 GW gebraucht werden. Bei schlechtem Wetter müsste man immer noch viel Kohle verfeuern.

Keine geeignete Speichertechnologie verfügbar!

Warum speichert man nicht einfach den zur falschen Zeit verfügbaren Strom und speist ihn wieder ein, wenn er gebraucht wird? Ganz einfach:

  • Die zu speichernde Energiemenge ist gigantisch.

Pumpspeicher, so wie es sie jetzt schon gibt, scheinen mit Leistungen von bis zu 1 GWi und einem Wirkungsgrad von 85% ja prinzipiell geeignet zu sein. Aber: Ein brauchbarer Stromspeicher müsste bei maximaler Leitung ein ganzes Wochenende lang Strom aufnehmen können. Unsere vorhandenen Pumpspeicher sind aber schon nach ca. 8 Stunden voll. Es gibt auch gar nicht genug Platz für viele weitere.

  • Der Wirkungsgrad des Speichers ist zu schlecht.

Mit dem Konzept „Power to Gas“ lassen sich riesige Energiemengen, auch viele Tage lang, ein- und ausspeichern. Der Systemwirkungsgrad (über alle Verfahrensschritte bis zur erneuten Bereitstellung des Stroms) liegt aber leider  unter 50%. Die Speicherung nach diesem Prinzip wäre im Wesentlichen nur Geldvernichtung.

  • Der Speicher ist einfach viel zu teuer.

Es gibt zwar durchaus Batteriespeicher, die derzeit am Markt gewinnbringend betrieben werden. Dabei handelt es sich jedoch um den sog. Regelleistungsmarkt. Die Speicher haben die Aufgabe, das Energienetz zu stabilisieren. Dabei geht es vor allem um den Ausgleich über einige Minuten. Die ausgetauschte Energiemenge ist recht klein. Die Speicherbetreiber werden deshalb auch primär für die bereit gestellte Leistung und nur sekundär für die gelieferte Energiemenge bezahlt.